Zäune, mein junger Gärtner-Krieger. Viele sagen: „Zaun ist Bretter nebeneinander.“ Falsch. Zaun ist Karate des Grundstücks. Disziplin. Balance. Und manchmal: Reparatur am Sonntag, wenn der Ball vom Neffen durchfliegt.
Wenn du Zaun baust, denk an „Wachs auf, wachs ab“. Nicht nur für Autos gut. Für Holz auch. Wachs auf: Schutz. Wachs ab: Nachbar sieht sein grinsendes Spiegelbild und vergisst zu fragen, ob der Pfosten 2cm auf seiner Seite steht. Frieden durch Glanz.
Zu niedriger Zaun? Hund vom Nachbarn macht tägliche Inspektion deines Grillguts. Zu hoher Zaun? Sonne findet den Weg nicht mehr in deinen Gemüsegarten, Tomaten machen Schattenboxen. Richtige Höhe: so, dass Respekt bleibt – und der Wind noch Hallo sagen kann. Balance. Immer Balance.
Nagel krumm? Nicht schimpfen. Lehre: Auch krummer Nagel hält, wenn Herz gerade. Und wenn nicht: zweite Lehre – Hammer ist guter Lehrer, aber schlechter Psychologe. Locker bleiben. Atmen. Dann schlagen.
Streit mit Nachbar über Grenze? Erst Tee, dann Maßband. Niemals andersrum. Tee macht Köpfe weich, Maßband macht Linien hart. In dieser Reihenfolge bleibt Freundschaft ganz – und Zaun auch.
Pfosten setzen? Tief genug, dass Sturm pfeift und Zaun sagt: „Netter Versuch.“ Nicht so tief, dass du in Australien klingelst. Erde festtreten mit Geduld. Geduld ist Zementschicht der Seele.
Und merke: Schönster Zaun ist nicht der mit goldener Kappe – sondern der, der still sagt: „Hier bin ich, dort bist du, und dazwischen wohnt guter Ton.“ Wenn Zaun so redet, Nachbar nickt, Postbote lächelt, und selbst Katze respektiert Regeln. Manchmal.
Zum Schluss, kleine Übung aus der Zaun-Karate-Schule:
• Pfosten halten. Einatmen.
• Wasserwaage auflegen. Ausatmen.
• Schraube drehen. Lächeln.
• Nachbar winkt. Zurückwinken, nicht diskutieren.
• Wachs auf. Wachs ab. Bewundern. Grill an.
So wird aus Latten und Schrauben mehr als Holz: Es wird eine Grenze mit Charakter. Und Charakter – das ist der beste Sicherheitszaun.